Bitcoin notiert derzeit mehr als 30 % unter seinem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar, das Anfang Oktober 2025 erreicht wurde. Seit diesem Höchststand befindet sich die Kryptowährung in einem Abwärtstrend, der mit einem größeren Marktverkauf am 10. Oktober begann. Während viele in der Krypto-Branche diesen Rückgang auf erhöhten Verkaufsdruck zurückführen, zeichnen neuere On-Chain-Daten ein anderes Bild: Sie deuten darauf hin, dass Bitcoin seit Jahren keinem signifikanten Verkaufsdruck ausgesetzt war.
In einem Beitrag auf X vom 27. Dezember wies der On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. darauf hin, dass Bitcoin seit Anfang 2023 keinen starken Verkaufsdruck mehr erlebt hat. Damit nähert sich der Marktführer einem neuen Rekord bezüglich der Dauer ohne solchen Druck.
Die Einschätzung des Analysten basiert auf der „Sales Pressure“-Metrik, die verschiedene Indikatoren des Anlegerverhaltens sowie der Angebots- und Nachfragedynamik analysiert. Diese Metrik verfolgt Echtzeit-Bewegungen von Coins auf der Blockchain, um Einblicke in mögliche Preistrends zu geben.
Daten von CryptoQuant zeigen, dass Bitcoin seit 1.079 Tagen keinem starken Verkaufsdruck ausgesetzt war und sich damit dem aktuellen Rekord von etwa 1.125 Tagen nähert. Dies deutet darauf hin, dass BTC noch nicht auf den Verkaufsdruck gestoßen ist, der typischerweise in Bärenmärkten auftritt.
Laut Adler Jr. deutet das Fehlen von starkem Verkaufsdruck darauf hin, dass Bitcoin keine breit angelegten Gewinnmitnahmen, Kapitulationsereignisse oder Verteilungsphasen durchlaufen hat. Er stellte klar, dass ein Mangel an Verkaufsdruck keine Garantie für Kursgewinne bei Bitcoin ist. Allerdings merkte er an, dass Phasen intensiven Verkaufsdrucks in der Vergangenheit oft von signifikanten Kursbewegungen der Kryptowährung gefolgt waren.
Historische Muster zeigen, dass Bitcoin nach Phasen erheblichen Verkaufsdrucks tendenziell zu längeren Rallyes ansetzt. Beispielsweise notierte BTC nach dem Nachlassen des Verkaufsdrucks Ende 2015 unter 1.000 US-Dollar, bevor er bis Dezember 2017 auf rund 20.000 US-Dollar stieg. Ein ähnliches Muster zeigte sich nach dem Verkaufsdruck von 2019, der einem Anstieg auf das damalige Allzeithoch von nahezu 69.000 US-Dollar vorausging.
Da die Phase geringer Verkaufsaktivität sich ihrer rekordverdächtigen Länge nähert, erscheint eine Phase starken Verkaufsdrucks für Bitcoin zunehmend wahrscheinlich. Obwohl die Kryptowährung in einer solchen Phase mit Herausforderungen konfrontiert sein könnte, hat sie danach typischerweise mit Aufwärtsschwung reagiert. Adler Jr. schlussfolgerte, dass der Bitcoin-Markt trotz dieser Dynamiken in seinem aktuellen Zustand strukturell widerstandsfähig bleibt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes notiert Bitcoin bei etwa 87.810 US-Dollar und zeigt kaum Veränderungen innerhalb der letzten 24 Stunden.
Häufig gestellte Fragen
FAQs zu Bitcoins 1079-Tage-Serie mit geringem Verkaufsdruck
F1: Was bedeutet es, dass Bitcoin seit 1079 Tagen keinem signifikanten Verkaufsdruck ausgesetzt war?
A: Es bedeutet, dass die Menge an Bitcoin, die von langfristigen Anlegern gehalten wird, seit über 1079 Tagen außergewöhnlich hoch geblieben ist. Dies deutet auf starkes Vertrauen und das Fehlen groß angelegter Verkäufe hin, die typischerweise den Preis nach unten treiben.
F2: Wie lautet der Allzeitrekord für diese Serie?
A: Die aktuelle Serie von 1079 Tagen ist der Allzeitrekord. Diese Metrik wird anhand spezifischer On-Chain-Daten verfolgt und war noch nie so hoch.
F3: Wie wird der Verkaufsdruck bei Bitcoin gemessen?
A: Analysten messen ihn oft, indem sie den Prozentsatz des Bitcoin-Angebots betrachten, der sich seit über einem Jahr nicht bewegt hat. Ein hoher Prozentsatz deutet auf geringen Verkaufsdruck seitens langfristiger Halter hin.
F4: Warum wird geringer Verkaufsdruck als positiv angesehen?
A: Geringer Verkaufsdruck deutet im Allgemeinen darauf hin, dass Anleger zuversichtlich sind und langfristig halten. Dies verringert das verfügbare Angebot an Börsen, was den Preis stützen oder erhöhen kann, wenn die Nachfrage stabil bleibt oder wächst.
F5: Was beendet typischerweise diesen Verkaufsdruck?
A: Die Serie endet, wenn ein ausreichend großer Teil dieser lang gehaltenen Coins schließlich an Börsen bewegt wird, um verkauft zu werden. Dies geschieht oft während größerer Kurshöchststände, Phasen extremer Angst oder bei bedeutenden makroökonomischen Ereignissen.
F6: Garantiert diese Serie, dass der Preis steigen wird?
A: Nein, sie garantiert keine Kurssteigerung. Zwar zeigt sie starke Überzeugung der Halter und verringert das unmittelbare Verkaufsangebot, aber der Preis wird letztendlich durch das Gleichgewicht aller Kauf- und Verkaufsaktivitäten bestimmt. Externe Faktoren wie Regulierungen, Nachrichten und breitere Markttrends spielen weiterhin eine große Rolle.
F7: Woher stammt die Zahl von 1079 Tagen? Ist sie zuverlässig?
A: Sie stammt aus öffentlichen Blockchain-Analysen von Firmen wie Glassnode. Diese verfolgen die Bewegung des Coin-Alters. Die Daten sind zuverlässig, da sie direkt von der Blockchain stammen, aber die Interpretation dessen, was signifikanten Druck ausmacht, kann variieren.
F8: Was ist der Unterschied zwischen Verkaufsdruck und normalem Handelsvolumen?