Die Vereinigten Staaten, Russland und China vereinen gemeinsam mehr als 65 % der globalen Bitcoin-Hashrate auf sich, was verdeutlicht, dass die Mining-Leistung nach wie vor stark konzentriert ist, selbst wenn kleinere Märkte aufgrund lokaler Störungen schwanken.
In dieser Landschaft hat der Iran einen deutlichen Rückgang erlebt. Seine Hashrate fiel im vergangenen Quartal um etwa 77 % auf rund 2 EH/s, nach Monaten von Konflikten und Instabilität.
Irans Anteil geht stark zurück
Ein Bericht von Hashrate Index zeigt, dass der Iran im Vergleich zum Vorquartal etwa 7 EH/s verloren hat. Dieser Rückgang erfolgte in einer Phase erhöhter Spannungen mit den USA und Israel, in der regionale Angriffe und Vergeltungsschläge die Instabilität anheizten.
Allerdings wirkte sich dieser Rückzug nicht in ähnlicher Weise auf nahegelegene Mining-Zentren aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman blieben Berichten zufolge stabil.
Der Bericht bezeichnete diese Verschiebung als lokales Problem und nicht als Bedrohung für das gesamte Netzwerk. Die globale Hashrate blieb bei etwa 1.000 EH/s, was bedeutet, dass das Bitcoin-Netzwerk weiterhin ohne nennenswerte Belastung operierte. Diese Widerstandsfähigkeit ist teilweise darauf zurückzuführen, dass keine einzelne Region über genügend Mining-Leistung verfügt, um die Kontinuität allein zu stören. Wenn ein Gebiet schwächer wird, können andere die Last übernehmen.
Der Rückgang im Iran betrifft auch eine beträchtliche Anzahl von Mining-Rigs. Das Land verfügt schätzungsweise über etwa 427.000 aktive Bitcoin-Miner. Nicht alle diese Geräte arbeiten mit derselben Effizienz, und viele ältere Einheiten wurden aufgrund schrumpfender Gewinnspannen außer Betrieb genommen.
Preisdruck beeinflusst Miner weltweit
Auch das breitere Netzwerk stand vor Herausforderungen. Der 30-Tage-Durchschnitt der globalen Hashrate sank von 1.066 EH/s im ersten Quartal auf etwa 1.004 EH/s im zweiten – ein Rückgang von 5,8 %. Der Bericht führt diesen Rückgang auf fallende Bitcoin-Preise und nicht auf Energiekosten oder Regulierungen zurück.
Bitcoin ist um mehr als 45 % von seinem Rekordhoch von 126.000 US-Dollar im Oktober gefallen. Dieser Rückgang hat die Mining-Einnahmen reduziert und die Hash-Preise auf Rekordtiefs gedrückt. Bei diesen Niveaus können ältere Maschinen mit Effizienzwerten über 25 J/TH mit Verlust arbeiten und werden abgeschaltet. Der Bericht stellt fest, dass etwa 252 EH/s an marginaler Kapazität nun offline sind, ein Großteil davon im Zusammenhang mit älterer Hardware.
Umverteilung, nicht Zusammenbruch
Der zugrundeliegende Trend ist klar: Mining-Operationen sind nicht statisch. Sie wandern in Richtung günstigerer Energie, effizienterer Maschinen und höherer Gewinnspannen. Wenn sich diese Bedingungen verschlechtern, werden Rigs abgeschaltet oder verlagert.
Genau das ist hier geschehen, wobei der Iran den größten Einfluss spürte, während das breitere Netzwerk weiterhin funktionierte.
Häufig gestellte Fragen
FAQs zu den Herausforderungen der iranischen Kryptowährungs-Mining-Industrie
Fragen für Anfänger
Was ist Kryptowährungs-Mining?
Kryptowährungs-Mining ist der Prozess, bei dem leistungsstarke Computer komplexe mathematische Probleme lösen. Dies verifiziert Transaktionen in einem Blockchain-Netzwerk und erzeugt neue Münzen als Belohnung für die Miner.
Was bedeutet es, wenn die Rechenleistung um 80 % einbricht?
Es bedeutet, dass die gesamte kombinierte Verarbeitungsleistung aller Computer, die in Iran Kryptowährung minen, dramatisch gesunken ist. Im Wesentlichen arbeitet die Industrie nur noch mit etwa 20 % ihrer früheren Kapazität.
Warum ist die iranische Krypto-Mining-Industrie wichtig?
Der Iran war aufgrund seiner stark subventionierten Elektrizität, die das Mining sehr profitabel machte, zu einem bedeutenden globalen Akteur geworden. Es wurde auch als Möglichkeit gesehen, Devisen zu verdienen und Wirtschaftssanktionen zu umgehen.
Was sind die Hauptherausforderungen für Miner im Iran derzeit?
Die größten Herausforderungen sind staatliche Maßnahmen, darunter weit verbreitete Stromabschaltungen für Mining-Einrichtungen, strenge Lizenzanforderungen und die Gefahr rechtlicher Schritte oder der Beschlagnahmung von Geräten.
Mittlere, ursachenfokussierte Fragen
Warum hat die iranische Regierung gegen das Krypto-Mining vorgegangen?
Der Hauptgrund ist die massive Belastung, die das Mining für das nationale Stromnetz darstellte, insbesondere während heißer Sommer. Dies führte zu Stromausfällen für Haushalte und Industrien. Die Regierung machte illegales Mining für den Verbrauch subventionierten Stroms, der für die Öffentlichkeit gedacht war, verantwortlich.
Was ist der Unterschied zwischen lizenziertem und unlizenziertem Mining im Iran?
Lizenzierte Miner sind offiziell registriert, zahlen höhere Stromtarife und sollen in genehmigten Industriezonen operieren. Unlizenzierte Miner sind nicht autorisiert, nutzen oft subventionierten Haushalts- oder Industriestrom und sind das Hauptziel der Abschaltungen durch die Regierung.
Wie genau hat die Regierung die Mining-Aktivität um 80 % reduziert?
Durch aggressive Maßnahmen: physische Razzien und Schließungen von Mining-Farmen, Abschaltung ihrer Stromversorgung und Verhängung strenger Strafen. Sie ordnet auch periodisch eine pauschale Abschaltung allen lizenzierten Minings während Spitzenlastzeiten im Strombedarf an.
Gibt es neben dem Strom noch andere Gründe für das Vorgehen?
Ja. Die Regierung ist besorgt über Kapitalflucht, die Nutzung von Krypto zur Umgehung von Bankensanktionen und das Potenzial zur Destabilisierung der Landeswährung. Es besteht auch der Wunsch, die Industrie zentral zu kontrollieren und zu besteuern.
Fortgeschrittene, wirkungsfokussierte Fragen
Was ist die wirtschaftliche Auswirkung dieses 80%igen Rückgangs der Mining-Leistung?
Dem Iran entgehen erhebliche potenzielle Einnahmen.