Ist XRP sicherer als Bitcoin? Ein Analyst erklärt die echte Quantenbedrohung für Anleger.

Experten weisen darauf hin, dass das Design von XRP im Vergleich zu Bitcoin einen geringeren Teil seines Angebots für einen potenziellen Quantenangriff anfällig lässt.

**Ein Schutz gegen Quantenbedrohungen?**

Nach einem kürzlichen Anstieg von "Quanten-FUD" (Angst, Unsicherheit und Zweifel) im Kryptobereich, ausgelöst durch ein besorgniserregendes Whitepaper von Google, testen viele Entwickler und Analysten nun die Sicherheit ihrer Coins. Einige entwerfen bereits Post-Quanten-Sicherheitsprotokolle.

Vet, ein Validator für das XRP-Ledger und langjähriger Mitwirkender, teilte auf der Social-Media-Plattform X mit, dass die zugrundeliegende Architektur von XRP gegenüber einer potenziellen Quantenbedrohung besser positioniert ist als die von Bitcoin. Die Begründung läuft darauf hinaus, wie Schlüssel und Konten auf dem XRPL verwaltet werden.

**Erklärung des Quantenschutzes von XRP**

Das Hauptrisiko von Quantencomputern besteht darin, dass eine zukünftige Maschine theoretisch den privaten Schlüssel einer Wallet aus dem öffentlichen Schlüssel ableiten könnte, der bei einer Transaktion preisgegeben wird, was möglicherweise den Diebstahl der Gelder ermöglicht.

Die Analyse von Vet ergab jedoch, dass etwa 300.000 XRP-Konten, die etwa 2,4 Milliarden XRP halten, noch nie eine Transaktion gesendet haben. Das bedeutet, dass ihre öffentlichen Schlüssel unbekannt bleiben, was sie "standardmäßig quantensicher" macht. Laut Vet haben derzeit nur zwei lang inaktive große Konten mit insgesamt 21 Millionen XRP öffentlich bekannte öffentliche Schlüssel.

Diese Bestände machen nur etwa 0,03 % des zirkulierenden Angebots aus – ein minimaler Betrag im Vergleich zum Gesamtnetzwerk. Das kontobasierte Modell des XRPL ermöglicht auch eine Schlüsselrotation ohne Bewegung von Mitteln, und Funktionen wie Escrow und Timelocks bieten zusätzliche Sicherheitsoptionen für Inhaber.

Im Gegensatz dazu wird geschätzt, dass frühe Bitcoin-Transaktionen und offengelegte öffentliche Schlüssel in einem Quantenszenario zwischen 11 % und 37 % des BTC potenziell verwundbar lassen, einschließlich früher Coins, deren Schlüssel nicht einfach rotiert werden können.

**Was das für XRP-Händler bedeutet**

Vet schloss mit einer Beruhigung für XRP-Inhaber und erklärte, dass derzeit kein bekannter Quantencomputer öffentliche Blockchains bedroht und dass die Branche bis zu dessen Auftauchen Lösungen haben wird.

Die unmittelbare Erkenntnis ist, dass On-Chain-Daten und die Funktionen des XRPL auf eine relativ begrenzte Angriffsfläche hindeuten, insbesondere für aktive Nutzer, die ihre Schlüssel proaktiv rotieren können. Diese Quantendebatte wird zu einem neuen Faktor bei der Risikobewertung zwischen Bitcoin und anderen großen Kryptowährungen. Fortschritte bei den quantenresistenten Upgrades des XRPL könnten als zukünftiger Katalysator dienen.

Zum Zeitpunkt der Abfassung wird XRP bei etwa 1.300 US-Dollar gehandelt.

**Häufig gestellte Fragen**

**Einfache Fragen**

1. **Was ist die Quantenbedrohung für Kryptowährungen?**
Es ist das potenzielle Risiko, dass zukünftige extrem leistungsstarke Quantencomputer die kryptografische Sicherheit brechen könnten, die digitale Vermögenswerte wie Bitcoin und XRP schützt, was Hackern möglicherweise den Diebstahl von Geldern ermöglicht.

2. **Sind Bitcoin und XRP unmittelbar durch Quantencomputer gefährdet?**
Nein. Derzeit existiert kein Quantencomputer, der leistungsstark genug ist, um ihre Verschlüsselung zu brechen. Experten gehen davon aus, dass dies eine langfristige Bedrohung ist, die wahrscheinlich Jahre oder sogar Jahrzehnte entfernt ist.

3. **Was macht XRP potenziell sicherer als Bitcoin gegen diese Bedrohung?**
Einige Analysten verweisen auf die unterschiedliche Transaktionsstruktur von XRP. Bitcoin-Transaktionen sind lange vor ihrer endgültigen Bestätigung öffentlich auf der Blockchain sichtbar, was einem Quantencomputer ein Zeitfenster für einen Angriff bietet. Die Abwicklung von XRP ist nahezu sofortig, was diese Expositionszeit möglicherweise verringert.

4. **Sollte ich also wegen des Quantencomputings von Bitcoin zu XRP wechseln?**
Nicht allein aus diesem Grund. Die Quantenbedrohung ist ein zukünftiges, theoretisches Risiko für alle Kryptowährungen. Anlageentscheidungen sollten auf einer breiteren Palette von Faktoren basieren, wie Technologie, Anwendungsfall, Regulierung und Marktdynamik.

5. **Können diese Kryptowährungen aktualisiert werden, um Quantencomputer zu widerstehen?**
Ja. Entwickler für sowohl Bitcoin als auch XRP erforschen aktiv Post-Quanten-Kryptografie – neue Verschlüsselungsmethoden, die gegen Quantenangriffe sicher wären. Die Aktualisierung des Netzwerks ist ein komplexer, aber machbarer Prozess.

**Fortgeschrittene/Technische Fragen**

6. **Was ist die spezifische Quantenschwachstelle für Bitcoin?**
Sie betrifft primär seinen Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA). Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte theoretisch einen privaten Schlüssel aus einer öffentlichen Adresse zurückrechnen, insbesondere wenn diese Adresse zum Senden von Mitteln verwendet wurde.

7. **Wie beeinflusst der Konsensmechanismus von XRP sein Quantenrisiko?**
Das XRP-Ledger verwendet ein einzigartiges Konsensprotokoll. Seine schnelle Abwicklung (3-5 Sekunden) bedeutet, dass ein öffentlicher Schlüssel weniger Zeit in einer ausstehenden Transaktion exponiert ist, was nach Ansicht einiger ein mildernder Faktor im Vergleich zu Bitcoins 10-Minuten-Blockzeiten ist.

8. **Ist irgendeine Kryptowährung derzeit wirklich quantenresistent?**
Einige neuere, kleinere Projekte sind von Grund auf mit Post-Quanten-Algorithmen entwickelt

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