Krypto-Regulierung verschärft sich, während Coinbase-CEO den CLARITY Act unterstützt.

Letzte Woche erteilte das Amt des Währungsprüfers (OCC) Coinbase eine nationale Bank-Trust-Charta – ein bedeutender regulatorischer Erfolg. Dies geschah, als der CEO der Kryptobörse den Druck auf den Kongress erhöhte, um die lange verzögerte Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte zu verabschieden.

**Armstrong vollzieht Kehrtwende beim Clarity Act**

Brian Armstrong, der im Januar die Unterstützung von Coinbase für den Digital Asset Market Clarity Act zurückgezogen hatte, drängt nun die Gesetzgeber, ihn zu verabschieden. In einem Beitrag auf X erklärte Armstrong, dass der Gesetzentwurf nach monatelangen Verhandlungen nun robust genug sei, um voranzukommen. „Es ist Zeit, den Clarity Act zu verabschieden“, schrieb er.

Sein Positionswechsel folgt auf einen Meinungsartikel von US-Finanzminister Scott Bessent im Wall Street Journal, in dem Bessent den Kongress aufforderte, unverzüglich zu handeln. Armstrong sagte, Coinbase stimme mit der Haltung des Finanzministers überein.

Vor drei Monaten sah die Situation noch ganz anders aus. Armstrong hatte die Formulierungen des Gesetzentwurfs beanstandet, und sein Rückzug der Unterstützung führte dazu, dass der Bankenausschuss des Senats eine geplante Abstimmung zur Überarbeitung verschob. Unstimmigkeiten über Stablecoin-Renditen, tokenisierte Aktien und ethische Bestimmungen gehörten zu den Themen, die die Verzögerung verursachten.

**Verhandlungen bewegen sich langsam auf eine Einigung zu**

Die Fortschritte sind langsam, scheinen sich aber vorwärts zu bewegen. Der Chefjustiziar von Coinbase, Paul Grewal, sagte letzte Woche, die Gesetzgeber seien einer Einigung sehr nahe. Der Landwirtschaftsausschuss des Senats hatte den Gesetzentwurf bereits im Januar gebilligt und damit eine von zwei wichtigen Hürden genommen. Der Bankenausschuss des Senats muss noch seine eigene Überarbeitungsabstimmung terminieren, die vor einer Abstimmung im gesamten Senat erforderlich ist.

Beide Ausschüsse sind für unterschiedliche Teile des Gesetzentwurfs verantwortlich – einer deckt Wertpapierregeln ab, der andere Rohstoffvorschriften. Die Verabschiedung des Gesetzes erfordert eine Einigung über eine komplexe regulatorische Kluft hinweg. Krypto-Vorstände und Vertreter der Bankenbranche haben den aktuellen Entwurf durch direkte Gespräche mit Regierungsbeamten mitgestaltet.

**Der Einfluss von Krypto in Washington wächst weiter**

Coinbase ist nicht das einzige Unternehmen, das von einem freundlicheren politischen Klima profitiert. Paxos, Ripple Labs, BitGo, Circle und Fidelity Digital Assets erhielten im Dezember alle ähnliche Charta-Genehmigungen.

Berichten zufolge traf Armstrong persönlich mit US-Präsident Donald Trump zusammen, bevor Trump öffentlich zu schnellem Handeln bei den Regeln für die Kryptomarktstruktur aufrief. Auch Ripple-Führungskräfte haben an Diskussionen im Weißen Haus zum Gesetzentwurf teilgenommen.

Ob der Bankenausschuss des Senats schnell handelt, bleibt abzuwarten. Doch da der Finanzminister, das Weiße Haus und nun auch der CEO von Coinbase hinter der Gesetzgebung stehen, wächst der Druck auf den Kongress, tätig zu werden.



Häufig gestellte Fragen
FAQs Kryptoregulierung Der CLARITY Act



Fragen für Anfänger



1 Was ist der CLARITY Act?

Der CLARITY Act ist ein vorgeschlagener Gesetzentwurf im US-Kongress. Sein Hauptziel ist es, klare Regeln dafür zu schaffen, welche Behörde – die Securities and Exchange Commission oder die Commodity Futures Trading Commission – die Aufsicht über verschiedene Arten von Kryptowährungen hat.



2 Warum unterstützt der CEO von Coinbase ihn?

Brian Armstrong, CEO von Coinbase, unterstützt den Act, weil er glaubt, dass das derzeitige regulatorische Umfeld verwirrend und schädlich ist. Er argumentiert, dass klare Regeln Verbraucher schützen, Innovation in den USA fördern und Rechtssicherheit für Kryptounternehmen schaffen werden.



3 Was bedeutet „Kryptoregulierung verschärft sich“?

Es bedeutet, dass Regierungsbehörden, insbesondere die SEC, ihre Durchsetzungsmaßnahmen, Klagen und öffentlichen Äußerungen über die Notwendigkeit einer strengeren Regulierung der Kryptowährungsbranche verstärken. Dies hat ein Hochdruckumfeld für Unternehmen und Investoren geschaffen.



4 Warum brauchen wir klarere Kryptogesetze?

Ohne klare Gesetze ist es für Unternehmen schwer zu wissen, ob sie legal operieren, was Wachstum und Investitionen hemmt. Es lässt Verbraucher auch ungeschützt vor Betrug und Marktmanipulation, da die Spielregeln unklar sind.



5 Wie könnte mich das als Gelegenheits-Kryptoanleger betreffen?

Klarere Regulierung könnte zu mehr Stabilität und Sicherheit auf dem Markt führen. Man könnte weniger plötzliche Durchsetzungsmaßnahmen erleben, die Preise abstürzen lassen, transparentere Unternehmen und potenziell sicherere Anlagemöglichkeiten wie genehmigte ETFs sehen.



Fortgeschrittene & praktische Fragen



6 Was ist der Kernkonflikt zwischen SEC und CFTC bezüglich Krypto?

Die SEC behauptet, die meisten Kryptowährungen seien Wertpapiere und unterlägen ihren strengen Anlegerschutzregeln. Die CFTC sagt, viele seien Rohstoffe und sollten unter ihrer eher marktorientierten Aufsicht stehen. Der CLARITY Act zielt darauf ab, eine rechtliche Grenze zwischen den beiden zu ziehen.



7 Was ist der Howey-Test und warum ist er wichtig?

Der Howey-Test ist ein rechtlicher Standard aus einem Obersten-Gerichtshof-Fall von 1946, den die SEC verwendet, um zu bestimmen, ob ein Vermögenswert ein Wertpapier ist. Wenn eine Kryptowährung als Investmentvertrag angesehen wird, bei dem Menschen Geld in ein gemeinsames Unternehmen investieren und Gewinne aus den Bemühungen anderer erwarten, beansprucht die SEC die Zuständigkeit. Dieser Test steht im Zentrum vieler aktueller Rechtsstreitigkeiten.

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