Anfang Februar fiel der Bitcoin-Preis auf sein niedrigstes Niveau seit der Wahl von Donald Trump im November 2024. Dieser Rückgang wurde vermutlich durch übermäßige Hebelwirkung im Markt zu dieser Zeit ausgelöst. Jüngste On-Chain-Daten zeigen eine deutliche Verringerung der Hebelwirkung im Bitcoin-Derivatemarkt in der vergangenen Woche, was das Risiko weitreichender Liquidierungen verringert.
In einem neuen Quicktake-Beitrag auf CryptoQuant wies der Händler CryptoOnchain auf ein deutliches Deleveraging-Ereignis auf Binance, der weltweit größten Kryptobörse nach Handelsvolumen, hin. Der zentrale Indikator, das geschätzte Hebelverhältnis (Estimated Leverage Ratio, ELR), ist in den letzten Wochen erheblich gesunken.
Das ELR misst das Verhältnis von offenem Interesse zu den Reserven einer Börse und spiegelt die durchschnittliche Hebelwirkung wider, die von Händlern genutzt wird. Ein hohes ELR signalisiert ein größeres Marktrisiko, bei dem bereits kleine Preisschwankungen große Liquidierungen auslösen und Preisbewegungen verstärken können. Ende Januar erreichte das ELR einen Höchststand von etwa 0,1980, was auf einen überhitzten, spekulativen Markt hindeutete. Nach dem Rückgang des Bitcoin-Preises hat sich das Verhältnis auf etwa 0,1414 abgekühlt – ein Rückgang um 28 %.
CryptoOnchain stellt fest, dass dieser Rückgang auf ein erhebliches Deleveraging hindeutet, bei dem der Preisverfall viele überhebte Long-Positionen zur Schließung zwang. Obwohl die unmittelbare Preisanwirkung hart war, ist die Beseitigung überschüssiger Hebelwirkung letztendlich gesund für den Markt. Es lässt die "Derivateblase" schrumpfen und schafft eine schlankere Marktstruktur, die weniger anfällig für plötzliche, extreme Volatilität ist.
Der Analyst schließt daraus, dass mit der Rückkehr des ELR auf normale Werte das Risiko weiterer Liquidierungskaskaden gesunken ist. Damit Bitcoin jedoch wieder einen Aufwärtstrend aufbauen kann, wird echter Kaufdruck und organische Nachfrage vom Spotmarkt benötigt.
Derzeit wird Bitcoin bei etwa 67.950 US-Dollar gehandelt, ein Plus von fast 2 % im letzten Tag. Trotz dieses täglichen Gewinns ist die Kryptowährung in der vergangenen Woche laut CoinGecko-Daten um mehr als 1 % gefallen.
Häufig gestellte Fragen
FAQs Bitcoin-Markt verzeichnet 28 % Deleveraging – Was kommt als Nächstes?
Anfängerfragen
F1: Was ist ein Deleveraging (Hebelabbau) in einfachen Worten?
A: Das ist, wenn viele Händler, die Geld geliehen haben, um auf den Bitcoin-Preis zu wetten, gezwungen sind, ihre Bestände zu verkaufen, um ihre Kredite zurückzuzahlen – normalerweise, weil sich der Preis gegen sie bewegt hat. Dies erzeugt eine Welle von Verkaufsdruck.
F2: Warum ist ein Deleveraging von 28 % eine große Sache?
A: Es bedeutet, dass eine sehr große Menge an geliehenem Geld – Milliarden von Dollar – den Markt schnell verlassen hat. Ein so schneller Ausstieg kann starke Preisrückgänge und hohe Volatilität verursachen, während sich der Markt anpasst.
F3: Was verursacht typischerweise ein Deleveraging?
A: Ein plötzlicher, signifikanter Rückgang des Bitcoin-Preises. Wenn die Preise fallen, werden Händler, die Geld geliehen haben, um Bitcoin zu kaufen, liquidiert – ihre Positionen werden automatisch von Börsen verkauft, um weitere Verluste bei den Krediten zu verhindern.
F4: Ist das ein Zeichen dafür, dass Bitcoin dauerhaft abstürzt?
A: Nicht unbedingt. Während schwere Deleveraging-Ereignisse ein normaler, wenn auch schmerzhafter Teil volatiler Märkte sind. Sie können übermäßiges Risiko beseitigen und manchmal eine stabilere Grundlage für Preise schaffen, obwohl weitere Kursrückgänge möglich sind.
F5: Was sollte ein normaler Anleger tun, wenn dies passiert?
A: Vermeiden Sie Panikverkäufe. Verstehen Sie, dass hohe Volatilität zu erwarten ist. Es ist eine Zeit der Vorsicht – betrachten Sie es als Erinnerung, niemals mehr zu investieren, als Sie sich leisten können zu verlieren, insbesondere mit geliehenen Mitteln.
Fortgeschrittene, marktfokussierte Fragen
F6: Wie wirkt sich dieses Deleveraging auf die zukünftige Marktstruktur aus?
A: Es verringert das gesamte systemische Risiko, indem es den Anteil der gehebelten Überhänge im Markt reduziert. Dies kann die Wahrscheinlichkeit von Liquidierungskaskaden in der nahen Zukunft verringern, aber auch zu reduziertem Handelsvolumen und geringerer Liquidität führen.
F7: Auf welche Schlüsselmetriken sollte man jetzt achten?
A: Beobachten Sie:
Funding Rates: Sind sie neutral oder negativ? Dies zeigt, ob sich Hebelwirkung wieder aufbaut.
Open Interest: Stabilisiert er sich oder fällt er weiter?
Exchange Reserves: Bewegen sich Münzen von Börsen weg oder auf sie zu?
Liquidation Levels: Wo befinden sich die nächsten großen Cluster gehebelter Positionen?